Discussion

Ice Ice Baby Michael

GP Ice Race in Zell am See

Das legendäre Eisrennen ist nach über 45 Jahren nach Zell am See zurückgekehrt und das Team ChromeCars war natürlich bei der Erstauflage mit einigen Rally Fahrzeugen mit von der Partie.

Bis dato kannten wir nur die berühmte schwarz-weiß Bilder und Videos mit den Porsche 550er, Otto Mathes Fetzenflieger, Volkswagen und andere coolen Autos der 50er und 60er Jahre die mit vollem Speed quer über den Schnee bedeckten Zeller See oder den Flugplatz rasten. Bei der Erstauflage 1952 wurden auch Skifahrer zum ersten Mal anstatt hinter einem Pferd, hinter PS starken Boliden hergezogen. Die motorisierte Variante des Skikjörings ist erfunden. Endlich könnten wir diesen „most dangerous sport in the world“ selbst ausprobieren und uns gegen 40 Konkurrenten beweisen!

Das Eisrennen wurde zwischen 19. und 20. Januar unter dem Namen „GP Ice Race” neu interpretiert und auferlebt. Die neue Version ist der Traditionen der originalen Veranstaltung nachgegangen und wurde ins 21. Jahrhunderts befördert. Über 130 Fahrzeuge von 1938 bis in die Neuzeit sowie neumodische Elektrorennwagen und 8000 Besucher kamen am Flughafen in Zell am See bei minus 14 Grad zusammen. Das Aufgebot an historischen Rennfahrzeuge sowie Fahrzeuge der originalen Ausgabe war schier unglaublich. Das Spektrum reichte von Otto Mathes Fetzenflieger bis hin zu Audis Formel E Weltmeisterfahrzeug. Die Hauptorganisatoren Ferdinand Porsche und Vinzenz Greger, Urenkel von Prof. Porsche, bekam natürlich Unterstützung vom „Familienunternehmen“. Sogar Ferdinands Vater, Dr. Wolfgang Porsche drehte ein Paar Showrunden mit dem Porsche 550 Spyder, welcher damals schon teilnahm. Viele Rennpiloten die für Porsche oder deren Schwesterfirmen fahren kamen der Einladung nach und nahmen an dem Rennwochenende teil. Jochi Kleint, Hans-Joachim Stuck, Walter Röhrl, Mark Webber, Romain Dumas, Marc Lieb, Richard Lietz, Rene Rast, Daniel Abt und Jan Kopeczky waren in den verschiedensten Rennfahrzeugen unterwegs.

Die Vorbereitungen für die Strecke begannen schon am 11. Dezember und wir waren begeistert von der Qualität der Strecke. Um ehrlich zu sein hatten wir ziemlich Angst als wir die Strecke das erste mal betreten haben. Blankes Eis auf dem man sich unmöglich zu Fuß fortbewegen konnte. Das Eis war knüppelhart. Zum Glück konnten wir noch 4 Tage vor dem Rennen in Finnland die richtigen Reifen mit 5mm Spikes auftreiben und dem perfekten Grip stand nichts mehr im Wege.

Wir sind mit 4 Rallyautos an den Start gegangen um beim Skijörning eine perfekte Zeit am Rundkurs ins Eis zu legen. Unser Saab 96 (Teletubby) wurde von Tilo Hahne pilotiert, der Ford Lotus Cortina von Geza Maurer, der Ford Escort RS1600 WRC von Heiko Knast und der Karmann Ghia von Michael Gross. Zusätzlich hatten wir noch 4 Ausstellungsfahrzeuge dabei um den Gästen unser Produktportfolio näher zu bringen.

Am Samstagmorgen wurden die Spikereifen aufgezogen und die Zeit für bis zum ersten Qualifying heruntergezählt Um 15.00 Uhr war es dann endlich soweit und wir durften mit unseren Schätzen das erste Mal auf die Spiegelglatte Rennstrecke. Der zweite Durchgang, das langerwartete Skikjöring startete um 19.20 und wir traten gegen über 40 weitere verrückte an. Leider gab es hier keine Klasseneinteilung sodass unsere Konkurrenz teilweise mit Allradgetriebenen PS Monstern an den Start gehen konnte. Am Samstag konnte Heiko Knast mit Máté Boér als Skifahrer den 10. Platz im Skijöring erreichen, damit waren sie zweitschnellstes Duo mit klassischem Auto. Am Sonntag dann konnte Michael Gross mit dem Karmann Ghia und Torsten Sentis am Seil den achten Platz einfahren und war damit das schnellste klassische Fahrzeug, nur geschlagen von Mitsubishi Evolution, Lancia Delta Integrale, einem Porsche GT3 und einem Rally Porsche 924.

Nach diesem einmaligen Rennwochenende verspüren wir eine tiefe Leere und wollen wieder auf die Piste. Leider müssen wir für dieses Festival of Speed in den Alpen jetzt 1 Jahr warten bis es wieder an den Start geht und heißt: Gentlemann Start your Engines for GP Ice Race 2020

Fotos: ChromeCars / Stephan Bauer / Mate Boer